KEB Bistum Regensburg

So gelingt Engagement, das bleibt

So gelingt Engagement, das bleibt

Wie können Gemeinden und Vereine Ehrenamtliche gewinnen, begleiten und langfristig halten? Die 8 Bs der Ehrenamtskoordination zeigen, wie Engagement nachhaltig gelingt.

Ehrenamt braucht Struktur – und Herz

Ehrenamt ist das Rückgrat vieler Gemeinden und Organisationen. Doch wer Ehrenamtliche gewinnen und langfristig binden möchte, darf ihr Engagement nicht dem Zufall überlassen. Die „8 Bs der Ehrenamtskoordination“ – entwickelt von Wirkstatt evangelisch/Hagen Fried und veröffentlicht von Barbara Gruß in den Zeitschriften gemeinde creativ und unterwegs zu menschen – bieten einen klaren Leitfaden. Acht Schritte, die helfen, Ehrenamt von Anfang bis Ende bewusst und wertschätzend zu gestalten.

Ein guter Anfang: Beginnen und Befähigen

Der erste Eindruck entscheidet, ob Ehrenamtliche bleiben oder schnell wieder abspringen. Ein strukturierter Start – mit persönlicher Begrüßung, klaren Aufgaben und einer festen Ansprechperson – schafft Vertrauen und macht deutlich: Dein Beitrag ist wichtig.
Doch ein guter Start ist erst der Anfang. Ehrenamtliche brauchen das richtige Rüstzeug, um ihre Aufgaben sicher zu meistern. Schulungen, Mini-Workshops und ein Buddy-System, bei dem Neue von Erfahrenen lernen, helfen, Selbstvertrauen aufzubauen und Freude am Engagement zu entwickeln.

Dranbleiben: Begleiten und Beraten

Viele Ehrenamtliche verlieren die Motivation, wenn sie sich alleingelassen fühlen. Regelmäßige Check-ins, feste Kontaktpersonen und ehrliche Wertschätzung sorgen dafür, dass sie bleiben.
Ebenso entscheidend ist Beratung. Offene Ohren, transparente Informationen und leicht erreichbare Ansprechpartner geben Orientierung – und verhindern, dass Fragen zu Frust führen.

Wertschätzen: Bezahlen, Beteiligen und Bedanken

Ehrenamt ist unbezahlbar, aber nicht kostenlos. Fahrtkosten, Material oder Fortbildungen dürfen nicht zur Last werden. Wer Auslagen erstattet, Fortbildungen ermöglicht oder kleine Anerkennungen gibt, zeigt echte Wertschätzung.
Darüber hinaus wollen Ehrenamtliche mitgestalten, nicht nur „ausführen“. Wer Feedback ernst nimmt, Mitspracherechte einräumt und Aufgaben gemeinsam entwickelt, gewinnt motivierte Partner.
Und: Wertschätzung darf nicht auf einmal im Jahr beschränkt sein. Persönliche Worte, ein spontanes Lob oder eine kleine Feier machen oft den größten Unterschied.

Den Kreis schließen: Beenden mit Wertschätzung

Auch der Abschied gehört zum Ehrenamt. Wer im Guten verabschiedet wird, bleibt oft verbunden – und spricht positiv über seine Zeit. Ein offenes Gespräch, ehrlicher Dank und die Möglichkeit, in Kontakt zu bleiben, schaffen einen Abschluss, der Türen für die Zukunft offenhält.

Blick nach vorn: Fachstelle Ehrenamtsentwicklung ab 2026

Ab 2026 wird sich auch die Fachstelle Ehrenamtsentwicklung in Pfarreien und Gruppen mit den „8 Bs der Ehrenamtskoordination“ beschäftigen. Geplant sind erste Impulse, Workshops und Angebote, die Anregungen geben sollen, wie Ehrenamt vor Ort bewusst gestaltet werden kann.
Es lohnt sich also, die Augen offen zu halten: Wer Ehrenamt bewusst gestalten möchte, bekommt bald noch mehr Unterstützung und Inspiration.

Fazit: Ein Leitfaden für nachhaltiges Engagement

Die „8 Bs der Ehrenamtskoordination“ sind kein theoretisches Konstrukt, sondern ein praxisnaher Wegweiser. Sie helfen, Ehrenamt von der ersten Begegnung bis zum Abschied so zu gestalten, dass Menschen nicht nur helfen, sondern wachsen – und mit Freude Teil der Gemeinschaft bleiben.
 

Quelle: © Wirkstatt evangelisch/Hagen Fried. Die 8 Bs wurden von Barbara Gruß in Gemeinde creativ und unterwegs zu menschen vorgestellt.

Autorin: Michaela Zwerger, Fachstelle Ehrenamtsentwicklung

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